Accessibility Blogparade: Ich wünsch mir was

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Als ich die Einladung erhielt mich an der Accessibility Blog Parade zu beteiligen, war ich erst einmal wenig begeistert. Es wird so viel geschrieben zu diesen Thema. Vieles wiederholt sich, da wollte ich nicht auch noch einreihen.

Bis mir aber nach meinem Seminar in Zürich und einen spannenden Wochenende mit Eva Papst etwas klar wurde. Ich wünsche mir etwas für mich.

Der Hintergrund:

Einige von Euch werden sicherlich wissen, dass ich sehr intensiv mit dem Contentmanagementsystem Joomla beschäftige und die letzen Monate damit verbracht habe ein barrierefreies Standardtemplate namens “Beez” zu entwickeln.

Beez verfolgt ein zweifaches Ziel: Profis wird durch Beez die Erstellung umfangreicherer barrierefreier Projekte wesentlich erleichtert - die Entwicklungszeit wird deutlich verkürzt, das spart Geld, Barrierefreiheit wird günstiger. Ideal z.B. für Kommunen und andere Institutionen, die Wert auf Barrierefreiheit legen.
Gleichzeitig ist Beez jedoch so ausgelegt, dass auch Menschen mit begrenztem Entwickler-Wissen mäßig komplexe Seiten mit hoher Zugänglichkeit erstellen können.
Damit ist Joomla mit Beez ein ideales Werkzeug für die Webauftritte von Einrichtungen im Behindertenbereich selbst.
Das barrierefreie Template “Beez “ist nur ein Beispiel, um den neuen Weg, den Joomla 1.5 eröffnet, zu demonstrieren. Es dient als Basis, kann beliebig modifiziert und erweitert werden.
Entwickler können auf der Basis von Beez eigene Templates entwickeln.Das Design kann bereits auf der Grundlage von Beez durch Anpassung der CSS - Dateien nahezu beliebig modifiziert werden.

Der auslösende Moment

Nachdem ich an meinem Wochenende mit Eva Pabst feststellen musste, dass sie das Backend von Joomla bedienen konnte, war ich sehr erstaunt und habe mich darüber gefreut. Gleichzeitig war mir aber klar , dass Eva eine Expertin auf Ihrem Gebiet ist und so habe ich diesen Erfolg relativ betrachtet. An diesen Wochenende war ich in Zürich und habe dort bei access-for-all.ch ein Joomla -Seminar gehalten. Einer der Teilnehmer Selament Aydogdu, ebenfalls blind, hat mich besonders überrascht. Ich habe zwischendurch mit meinen Ausführungen inne gehalten, um aus ihn zu warten, da ich annahm er können bei den praktischen Beispielen weniger schnell folgen. Aber da hatte ich mich geirrt. Manchmal war er sogar schon weiter vor als ich. Das hat mich schwer beeindruckt.

In diesem Moment ist mir klar geworden, dass es an der Zeit ist einen Schritt weiter zu gehen.
Oftmal reden wir nur davon, dass Inhalte für Menschen mit Behinderung zugänglich sein müssen. Das Web hat sich aber verändert, es ist viel dynamischer geworden. Systeme wie Joomla müssen auch im Backend für Menschen mit Behinderung zugänglich sein, damit Sie genau wie wir Ihre Inhalte im Netz präsentieren können.

Das Backend von Joomla ist im Moment benutzbar, könnte aber optimiert werden. Was genau zu tun ist habe ich einen vorherigen Artikel beschrieben.
Joomla ist ein open source Projekt, es lebt von der Community. Jeder kann Teil dieser Community sein.

Nun zu meiner Forderung:

Ich bitte alle Menschen mit Behinderung auf sich aufmerksam zu machen. Sprecht im Joomla -Forum über Eure Bedürfnisse, macht auf Euch aufmerksam. Beschreibt Eure Probleme.
Denn ich könnte Eure Unterstützung gut gebrauchen.

 

2 Kommentare zu “Accessibility Blogparade: Ich wünsch mir was”

  1. Eva :

    Auch mir ist an dem Wochenende mit Angie und Joomla etwas erneut bewusst geworden, nämlich ein zumindest für mich geltender Unterschied zwischen Benutzbarkeit und Zugänglichkeit:

    Es ist richtig, dass Joomla mit den diversen Screen Readern bedienbar ist, was man keineswegs von allen CMS behaupten kann, die ich bisher unter den Fingern hatte. Allerdings wurde meine Konzentration häufig vom System selbst absorbiert, weil ich ständig überlegen musste, mit welcher methode ich rasch an die gewünschte Position auf der geöffneten Seite komme, um die gerade geplante Aktion durchzuführen. Das lenkte mich einigermaßen von der eigentlichen Aufgabe ab, nämlich das Erstellen der Seitennavigation oder das Schreiben von Beiträgen.

    Erstaunlich fand ich bei dieser Analyse, dass die Probleme für Screen Reader geringer waren als diejenigen, die Tastaturnutzer haben dürften, weil doch einiges nicht mit Tastatur erreicht werden kann, was sich durch diverse Tastenkombinationen der Screen Reader aber kompensieren lässt. Die Behebung dieser Probleme ist aber ebenfalls nicht wirklich aufwändig.

    Fazit:
    Das Backend von Joomla in Richtung Accessibility zu optimieren, scheint mit vertretbarem Aufwand machbar und daher eine lohnende Aufgabe zu sein.

  2. Swen :

    Hallo, ich bin selbst Spastiker
    und entwickel momentan für die
    Uni Ilmenau. Neben den offiziellen Richtlinien, interessieren mich auch Meinung
    Anderer. Schreibt doch bitte
    mal, was für Euch eine barriere-arme (freie) Site
    ausmacht.

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